006 Bestatterin

Eine Folge ohne mein Gerede im Vorspann, einfach weil mir keine passenden Worte eingefallen sind. Vor ein Gespräch, welches mir sehr nahe geht, kann ich kein Geplauder setzen. Deshalb heute schriftlich, so ist es etwas leiser: Vielen Dank für euer Feedback zur letzten Folge, eure Geduld und ausserdem vielen Dank für rund € 8 Flattr-Spenden im vergangenen Monat. Oh, und ich bitte um Mithilfe: Ich brauche einen ordentlichen Bademantel. Er muss eine Kapuze haben, soll wirklich lang sein (ich bin 1,76m groß, auf dem Boden schleifen soll er nicht, aber Hochwasser-geeignet ist zu kurz), er muss warm sein, darf gern aus schwerem und dickem Stoff sein. Wenn ihr eine Empfehlung für mich habt, bitte ich um einen Hinweis in den Kommentaren oder eben einfach eine Nachricht in einem der üblichen Kanäle. DANKE!

Für diese Folge habe ich einen für mich großen Schritt gewagt und ein Bestattungsinstitut besucht. Ich traf mich mit einer Bestatterin in ihrem so gar nicht gruseligen Institut und unterhielt mich mit ihr über den Beruf, Verstorbene und Hinterbliebene. Wir sprachen über das “…und was kommt jetzt?”. Es geht um Irrtümer, Vorurteile und Berührungsängste.

Nachträglich bat mein Gast, zusätzlich darauf hinzuweisen, dass im Grunde jeder Bestatter werden kann, auch ohne eine richtige Ausbildung. Die Genehmigung zu erhalten ist zunächst nur eine Formalität. Eine solide Ausbildung jedoch erleichtert den Einstieg in diesen sehr besonderen Beruf erheblich.

Zum Weiterlesen:

Thanatopraxie

  • ab Minute 2 sprechen wir über die vielen Männer in diesem Beruf und die Entwicklung des Gewerbes
  • ab Minute 3 erfahren wir, in welcher Verbindung Hebammen zum Bestattungsgewerbe stehen
  • ab Minute 5 widmen wir uns den Abläufen. Was macht man, wenn jemand verstorben ist?
  • ab Minute 16 machen wir uns Gedanken darüber, wie wichtig ein Abschied am offenen Sarg sein kann
  • ab Minute 19 erfahren wir etwas darüber, welche Bestattungen überhaupt möglich sind
  • ab Minute 23 reden wir über die Rolle von Religion bei Bestattungen
  • ab Minute 26 überlegen wir, welche Rituale es geben könnte, wenn nicht der Glaube bzw. die Religion vorgibt wie man mit dem Abschied umgehen kann
  • ab Minute 31 sprechen wir über Grabbeigaben
  • ab Minute 34 frage ich mich, was denn mit Verstorbenen passiert, die keine Angehörigen haben
  • ab Minute 36 klären wir, ob man sich seine letzte Ruhestätte ganz frei aussuchen darf
  • ab Minute 41 definieren wir, welche Rolle die Bestatterin spielt und welche Aufgaben sie übernimmt
  • ab Minute 43 geht es um Geld. Was kostet eine Beerdigung?
  • ab Minute 50 trennen wir zwischen guten und weniger guten Bestattern
  • ab Minute 53 wird es persönlich. Wie geht die Bestatterin mit der Trauer der Hinterbliebenen um?
  • ab Minute 60 stelle ich fest, dass der Beruf des Bestatters ganz anders ist, als ich ihn mir vorgestellt habe
  • ab Minute 61 nähert sich unser Gespräch dem Ende und wir fassen zusammen, was den Beruf ausmacht und wie sich meine Sicht im Laufe des Gesprächs verändert hat
  • ab Minute 63 hören wir eine Botschaft der Bestatterin an uns alle
  • ab Minute 64 schweifen wir, kurz vor Schluss, noch einmal ab und sprechen über Testamente

 

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One Pingback/Trackback

  • Taunide
  • Wolfgang

    Heyho! Endlich mal wieder eine neue Folge, die ich heute schon gehört habe. Ein sehr interessantes Thema hast Du Dir ausgesucht. Ich glaube, hier hat jeder so einige Fragen im Kopf gehabt, die man sich nie beantwortete, aber oft gestellt hat und von denen nun viele hier im Podcast beantwortet wurden. Dafür, dass die ausgesuchte Gesprächspartnerin wahrscheinlich nicht medienerfahren ist, hat sie das äußerst professionell rüber gebracht. Kompliment, war ein sehr interessantes Gespräch ohne Längen. Dass in Deutschland die Gesetze so restriktiv sind und keine anderweitige Verwendung der Asche des Verstorbenen erlauben, ist eigentlich ein unmöglicher Zustand, der geändert werden muss. Bei den Preisen für Beerdigungen muss man auch noch die Grabkosten beachten. Nicht selten kosten die Grabsteine und die Grabeinfassungen schon zig Tausend Euro, damit rechnen viele nicht. Zu dem Thema Testament sei mir noch ein juristischer Hinweis erlaubt: Testamente müssen stets handschriftlich sein, sonst sind sie unwirksam. Die bloße “handschriftliche Unterschrift” reicht nicht unter einem getippten Text. Ausnahme: Das notarielle Testament und sog. Nottestamente. Man sollte auch Zeugen das Testament unterzeichnen lassen, weil nicht selten nicht beachtete Erben ein Testament mit dem Argument anfechten, dass der Fertigende nicht mehr im Vollbesitz seiner geistigen Kräfte gewesen wäre. Zudem ist bei handschriftlichen Testamenten Vorsicht zu genießen, weil man evtl. Formulierungen wählt, die juristisch betrachtet zweifelhaft sein können. Von großer Wichtigkeit, wie angesprochen, ist die Aufbewahrung des Testaments, die zB gegen Gebühr beim Amtsgericht/Nachlassgericht erfolgen kann. Es eignen sich aber auch viele andere Stellen. Es wäre wirklich schlecht, wenn der übergangene Erbe das Testament als erster in die Hände bekommt…

  • Wow! Das war wirklich eine äußerst interessante und bewegende Folge, die mir den Beruf des Bestatters etwas näher gebracht und die Missstände in der Gesetzgebung Deutschlands besser aufgezeigt hat.

    Für mich ist es trotzdem noch schwer mit geliebten Menschen über das Thema zu sprechen, weil es traurig macht und man lieber gar nicht über den Fall der Fälle nachdenken möchte. Vielleicht legt sich diese Anspannung ja mit dem älter werden.

  • Taunide

    Piratte wie immer als Trendsetzerin: http://www.spiegel.de/karriere/berufsleben/eine-bestatterin-erzaehlt-von-ihrem-harten-berufsalltag-a-906960.html

    Ein interessantes und einfühlsames und dabei dennoch immer neugieriges Gespräch.

    Ich habe nach dem Tode meines Vaters erlebt wie hilflos und unvorbereitet man der Situation gegenübersteht. Und ich war sehr dankbar dafür das andere Menschen die von der Trauer nicht betroffen waren meine Familie und mich aufgeklärt haben was als nächstes passieren muß.

    Als Angehöriger einer Person bei der man davon ausgehen kann das Sie in absehbarer versterben wird kann man sich schon einmal mit den Dingen beschäftigen die zu erledigen sind. Einen kleinen Anhalt findet man hier: http://www.todesfall-checkliste.de/

    Für Menschen die sich gerne auf akademische Art mit dem Tod beschäftigen wollen kann ich das Museum für Sepulkralkultur in Kassel empfehlen. http://www.sepulkralmuseum.de

    Bei aller Trauer muß man einfach anerkennen das niemand von uns unsterblich ist und das der Tod einfach das natürliche Ende des Lebens (und damit auch die Grundlage neuen Lebens) ist. Mir persönlich hat das sehr geholfen.

  • theM

    Hiermit erkläre ich diese Folge zu meiner aktuellen Highlight-Folge. Auf Deine im positiven Sinne unnachahmliche Art wendest Du Dich einem der größten Tabu-Themen in unserer Gesellschaft zu: Dem Sterben und dem Umgang damit. Und ich muss gestehen dass ich mich nach dem Hören Deiner Folge ein wenig vertrauter mit dem Thema war und auch ein wenig wohler nun fühle. Nochmals vielen Dank dafür.

  • Nico79

    Wow, die Folge war einfach unglaublich. Für mich die bisher beste.

    Ein Thema, welches einem beim Hören echt nahe gegangen ist. Ich musste mehrfach schlucken und die ein oder andere Träne wegdrücken. Die Gesprächspartnerin war toll. Sie brachte das Thema sehr gefühlvoll und “würdig” rüber.

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